Benötigt Undenheim einen Senioren- oder Behindertenbeirat ? / BfU erklärt Entscheidung der Fraktion

 

Braucht Undenheim mit seinen knapp 3000 Einwohnern einen Senioren- oder Behindertenbeirat ?

Diese Frage – zumindest bzgl. des Seniorenbeirats – wurde im Ausschuss für Soziales, Heimatpflege, Jugend und Senioren sowie im Haupt- und Finanzausschuss diskutiert, wenn auch ein wenig provokant. „Das ging vielleicht übers Ziel hinaus, letztlich ging es uns nicht darum, grundlegend diesen Antrag abzulehnen, sondern sich zu fragen bzw. zu bewerten:

  • Welchen Nutzen hat er ?
  • Welche zusätzliche Belastung kommt auf die ehrenamtlich arbeitende Ortsverwaltung zu ?
  • Ist ein Potential für Bildung eines Seniorenbeirat, dem neun Mitglieder angehören sollen, vorhanden ?

Dass die BfU grundlegend die Senioren als wichtigen Teil der Dorfbevölkerung sieht, bewies sie in der Vergangenheit unter anderem mit dem Antrag auf den barrierefreien Ausbau von Bushaltestellen und der Zustimmung für die Absenkung von Gehwegen in Einmündungsbereichen im Gemeinderat sowie mit dem großen Engagement samt Bürgermeister und seiner Gattin für die Seniorenweihnachtsfeier. Auch die Einrichtung einer barrierefreien Ortsverwaltung unterstützt man nach Kräften. Und durch die Anträge „Ortsplätze“ und „Erlebnisfeld am Eisweiher“ konnten bereits an einigen Stellen Sitz-/Ruhebänke errichtet werden.

Die Fraktion der BfU saß zusammen und beriet sich eingehend.

Zum Nutzen:

  • Übereinstimmend waren wir der Meinung, dass ein weiteres Gremium nicht unbedingt zielführend ist, gleich wenn es laut Satzungsentwurf mindestens zweimal im Jahr tagen soll.
  • Um dem Anliegen der SPD entgegenzukommen, reifte die Überlegung, vorzuschlagen, dass man seitens der Gemeindeverwaltung eine gesonderte Sprechstunde für Familien, Jugend, Senioren und Menschen mit Beeinträchtigungen einrichten soll, die vom 1. Beigeordneten Marcus Becker, dem 2015 der Geschäftsbereich „Sachgebiet Soziales, Kultur, Sport, Heimatpflege, Jugend und Senioren“ übertragen wurde.
  • Dazu ein Auszug aus unserem Antrag: „Anliegen der o.g. Personengruppen können mittelbar durch den zuständigen Beigeordneten mit Geschäftsbereich in den Ausschuss für Soziales, Kultur, Sport, Heimatpflege, Jugend und Senioren eingebracht, bearbeitet und im Idealfall umgesetzt werden.
  • Weitere Vorteile: Entgegen der seit Jahren von der SPD geforderten zweiten Bürgermeistersprechstunde sollte dieser nicht noch zusätzlich belastet werden. Deshalb forderten wir den Einsatz des Beigeordneten ein, der für seinen Geschäftsbereich eine Aufwandsentschädigung erhält.

Zugegeben: Wir hatten nicht mehr „auf der Pfanne“, dass die Gemeindeverwaltung selbst entscheiden kann, wie viele Sprechstunden und wer sie anbietet. Aber ist das entscheidend ?

Dass der 1. Beigeordnete zumindest einmal im Monat eine Sprechstunde anbietet, bewerten wir aber positiv und als zielführend, da sich für die Undenheimer Senioren als auch Behinderten dadurch mehr als nur zweimal im Jahr die Möglichkeit bietet, Ideen einzubringen. Dabei ist vorausgesetzt, dass der Beigeordnete diese Ideen bewertet und in die bereits bestehenden Gremien einspeist. Allerdings ist festzustellen, dass seit der Einführung der Sprechstunden der von ihm geleitete Sozialausschuss noch nicht bzw. in den letzten eineinhalb Jahren nicht mehr tagte.

Wir, die BfU, möchten den Undenheimer Senioren(innen) und Behinderten Mut dennoch machen: Gehen Sie zu den Sprechstunden, bringen Sie sich ein. Oder kommen Sie mit ihren Problemen, Ideen oder Vorschlägen direkt zu den „Bürgern für Undenheim“ und stellen diese vor.

“Jede/r kann sich bei uns einbringen”, möchten wir sie auffordern und unserem Slogan “Unabhängig, offen, bürgernah” gelebte Offenheit und das offene Ohr für die Undenheimer Bürger gerecht werden. Egal, ob bei Vorstand, Rats- oder Ausschussmitgliedern.

Übrigens: Laut der Homepage der Landesseniorenvertretung Rheinland-Pfalz http://www.landesseniorenvertretung-rlp.de hat in der VG Rhein-Selz derzeit nur Selzen als Kommune einen solchen Beirat eingerichtet, auf dessen Initiative neben einer Schutzgitterinstallation und der Pflasterung eines Durchgangs zwischen zwei Friedhofsbereichen u. a. Ruhebänke installiert wurden. Erst seit dem letzten Jahr existiert auf der VG-Ebene ein solches Gremium.

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